Mundstück und Blattbau

Am 19. September fand an der Städtischen Musikschule in Passau das MON Fortbildungsmodul "Mundstück und Blatt für Klarinetten" statt.

Gruppenbild der Teilnehmer.

Hanstoni Kaufmann und die Herkunft der Blätter.

Johannes Gleichweit umgeben von seinen 150 Mundstücken.

Teilnehmer stellen ihr persönliches Blatt her.

 

Einen informativen Samstag hatten 14 Musikerinnen und Musiker aus dem Gebiet der MON und dem benachbarten Oberösterreich am 19. September 2020 in der Städtischen Musikschule Passau. Nach mehreren Anläufen konnte endlich das MON-Modul "Mundstück und Blatt für Klarinetten" von Bezirksdirigent Anton Mayer in den ostbayerischen Raum geholt werden.

Aus Wien war Johannes Gleichweit angereist, langjähriger Soloklarinettist im Radio-Symphonieorchester Wien und seit 2003 Geschäftsführer der Firma "Gleichweit-Mundstücke".

Noch weiter war die Anreise für Hanstoni Kaufmann, einem Spezialisten für Blattbau aus Luzern/Schweiz, Autor zweier Bücher über ebendieses Thema, sowie unter anderem Referent und Dozent für Blattbau und Blattkorrektur bei der Deutschen Klarinettengesellschaft.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, die nach 3 Stunden den Dozenten wechselten.

Johannes Gleichwert referierte über die Eigenschaften eines Klarinetten-Mundstücks, wie sich Kammer, Tisch, Ausstich und Öffnungswinkel sowie die Bohrung auf den Ton auswirkt. Anschließend konnte jeder Teilnehmende unter der Anleitung des Dozenten "sein" individuelles Mundstück ausprobieren. Zu diesem Zweck hatte Johannes Gleichwert etwa 150 seiner Mundstücke mitgebracht. Eine einmalige Gelegenheit für jede Musikerin und jeden Musiker. Herrn Gleichwert sind solche Kurse "draußen in der Provinz" bei der Basis der Blasmusik ein Anliegen, um den Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeiten und Klangfarben einer anderen Mundstückbahn praktisch näher zu bringen. Viele spielen ein Leben lang das Standard-Mundstück das beim Kauf der Klarinette dabei war.

Sehr praxisorientiert war auch der Vortrag von Herrn Hanstoni Kaufmann. Nachdem er eingehend erzählte und zeigte, wo das Material für die Blätter herkommt und wie es aussieht, ging es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahtlos über in den praktischen Blattbau. Jeder bekam zwei Glasplatten, verschiedene Schleifpapiere, einen vorbereiteten Rohling und eine seitengleiche Lehre aus Aluminium vor sich auf den Tisch. Und schon wurde nachgeahmt, was der Dozent vorher am großen Tisch gezeigt und erklärt hatte. Erstaunt waren alle, als Herr Kaufmann in kürzester Zeit aus einem Teil des rohen Rohrs ein Blatt zauberte, das hervorragend klang. Wenn man weiß bzw. bei so einem Kurs erfährt, welche Qualität das gekaufte Blatt hat und dann vor Augen geführt bekommt, wie schnell der Bau, in diesem Fall natürlich von Jahre lang erfahrener Hand, von statten geht, ist man ermutigt, künftig sein eigenes Blatt herzustellen. Und das ist auch das Ansinnen des Dozenten, wie er selbst sagte: "Ich will euch ermutigen, das einzig wahre Blatt speziell für euch zu schaffen".

Ein großer Dank der MON-Verantwortlichen galt den Dozenten für den außergewöhnlich lehrreichen Kurs.

Die nächste Gelegenheit zur Teilnahme an dieser Fortbildung findet am 14.11.2020 in Wildsteig (Landkreis Weilheim-Schongau) statt und wird vom MON-Bezirk Oberland ausgerichtet. Die Anmeldung ausschließlich über die MON Website.


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